Heutige Andacht 336
Ich will dem HERRN singen
Ich hoffe aber darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freut sich, daß du so gerne hilfst.
Psalmen 13:6 (LUT)
David schließt den Psalm der Trübsal mit Entschluß: von Singen war noch keine Rede der Gefühle, doch Hoffnung trägt schon. Liebe, die singt, nachdem sie weinte. Der Psalm begann mit Wie lange? und schließt mit Vertrauen. Vier Zeilen Klage, zwei Vertrauen, ein Lied. Ehrliche Klage mündet allezeit in Lob für den, der wartet.
Für seine Güte an mir: wählerisches Gedächtnis der Güte. David besang vergangenes Gut, um gegenwärtigen Glauben zu tragen. Liebe zählt Wohltaten in Tagen der Finsternis. Rückblickende Dankbarkeit finanziert vorausblickendes Vertrauen. Wer das getane Gute erinnert, erwartet das zu tuende. Gottes Vergangenheit verbürgt Gottes Zukunft.
Mein Herz freut sich, daß du so gerne hilfst: Wort des Willens, nicht des Gefühls. David beschloß zu singen, bevor er fühlte. Liebe gehorcht, singend im Dunkeln. Erzwungene Lieder in schweren Nächten werden ewige Hymnen. Der Himmel zeichnet Chöre auf, in Höhlen geboren. Singe erst, fühle danach: Ordnung des Glaubens.
Heute beschließe dein Lied: wähle einen Psalm und singe über die Trübsal. Erkläre das empfangene Gute mit lauter Stimme. Dein Wie lange? am Morgen wird zum Ich will singen am Abend. Liebe, die in der Höhle singt, regiert im Palast. Die Harfe von heute stimmt die Krone von morgen.
Und singe mit Liebe: dankbare Kehlen stimmen Herzen.