Heutige Andacht 341
Auch wir waren
Denn wir waren weiland auch unweise, ungehorsam, verirrt, dienend den Begierden und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, waren verhaßt und haßten uns untereinander.
Titus 3:3 (LUT)
Paulus malt das Vorher mit Ehrlichkeit: denn wir waren weiland auch unweise, ungehorsam, verirrt, dienend den Begierden, wandelnd in Bosheit und Neid, verhaßt und einander hassend. Friede mit der Vergangenheit beginnt mit ihrem Bekenntnis. Gedächtnis ohne Schminke: das waren wir. Auch wir: niemand ward heilig geboren, alle wurden aus demselben Morast gerettet.
Dienend den Begierden und mancherlei Wollüsten: innerer Betrug, äußere Knechtschaft. Leidenschaften versprachen Freiheit und lieferten Ketten. Lüste kassierten in Frieden, was sie in Minuten gaben. Verhaßt und einander hassend: Porträt vorweggenommener Hölle. Friede war Fremdwort. Wer so lebt, braucht mehr als Rat: er braucht neue Geburt.
Doch der nächste Vers wendet das Blatt: da erschien die Freundlichkeit Gottes. Friede hat Wendepunkt. Das dunkle Vorher hebt das herrliche Nachher. Mächtige Zeugnisse werden aus ehrlichen Vergangenheiten geboren. Deine häßliche Geschichte ist Rahmen für schöne Gnade. Verstecke das Vorher nicht; es beweist die Macht des Nachher.
Heute schließe Frieden mit deinem Vorher: bekenne ohne Pose, danke ohne zu vergessen. Und gebrauche es, um zu erreichen, wer noch darin lebt. Auch wir waren: Brücke, kein Podest. Deine Transparenz über den Morast führt andre zum Waschbecken. Bekannte Vergangenheit wird Dienst.
Und gedenke des Vorher: bekannte Vergangenheiten befrieden Zukunfte.