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Heutige Andacht 327

Verwelkte Felder

· Thema: Dankbarkeit

Denn Hesbon ist ein wüstes Feld geworden; der Weinstock zu Sibma ist verderbt; die Herren unter den Heiden haben seine edlen Reben zerschlagen, die da reichten bis gen Jaser und sich zogen in die Wüste; ihre Schößlinge sind zerstreut und über das Meer geführt.

Jesaja 16:8 (LUT)

Jesaja weint über Moab: Hesbon ist ein wüstes Feld geworden; der Weinstock zu Sibma ist verderbt, einst bis gen Jaser und zur Wüste, zertreten von Herren. Dankbarkeit auf welkem Land lernt, mit den Weinenden zu weinen. Propheten feiern fremde Ruinen nicht; sie klagen. Auch feindliche Ernten schmerzen im Herzen Gottes. Mitleid wählt keine Fahne.

Edle Reben zerschlagen: vergangener Wohlstand wurde zu gegenwärtigem Zertreten. Moab hatte auf Weinberge vertraut; Weinberge wurden zu Fußspuren. Weise Dankbarkeit ankert nicht in Feldern, sondern im Herrn der Felder. Felder welken, Gott bleibt. Wer für die Quelle dankt, überlebt die Dürre des Hahns. Tiefe Wurzeln lachen über welke Blätter.

Ihre Schößlinge sind zerstreut und über das Meer geführt: Ausdehnung, die ewig schien, zerfiel in Tagen. Reiche aus Reben fallen wie Reiche aus Schwertern. Dankbarkeit, die Segnungen zählt, ohne Segnungen zu besitzen, schläft ruhig in jeder Jahreszeit. Alles, was sich ausdehnt, kann schrumpfen; nur Barmherzigkeit dehnt sich aus ohne Umkehr.

Heute klage mit Hoffnung: beweine welke Felder — deine und fremde — doch pflanze dankend. Begieße mit Tränen und ernte mit Liedern, verheißt der Psalm. Zeiten wechseln; der Ackersmann nicht. Zertretene Reben sprossen unter dankenden, gehorchenden Händen. Dein Hesbon wird wieder blühen.

Und weine dankbar: welke Felder, mit Dankbarkeit begossen, sprossen wieder.

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