Heutige Andacht 308
Der Teich Bethesda
Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Bethesda und hat fünf Hallen,
Johannes 5:2 (LUT)
Johannes verzeichnet den Schauplatz mit der Genauigkeit eines Führers: zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda heißt, mit fünf Hallen. Gedächtnis des Ortes bereitet Gedächtnis des Wunders. Gott wählt Adressen für seine Wunder. Bethesda, Haus der Barmherzigkeit, barg Mengen Kranker in Erwartung der Bewegung des Wassers.
Fünf Hallen, eine Menge, ein Warten. Vorhallen voll Blinder, Lahmer und Dürrer bildeten die geduldigste Schlange Jerusalems. Gedächtnis gemeinsamen Wartens: zusammen zu leiden ist leichter als allein. Die Gemeinde der Hallen lehrte wortlos Ausdauer. Wer zusammen wartet, wartet länger und murrt weniger.
Dort lag ein Mensch seit achtunddreißig Jahren. Langes Gedächtnis des Schmerzes trifft pünktliche Barmherzigkeit. Jesus schritt durch die Hallen direkt zu ihm, an der Menge vorbei. Gnade ist persönlich mitten im Kollektiv. Der Teich verhieß einstige Heilung; Jesus brachte sofortige. Orte erinnern; Personen verwandeln.
Heute besuche dein Bethesda: wo wartest du seit Jahren? Bleibe in den Hallen des Gebets, des Wortes, der Gemeinschaft. Und öffne die Augen: Jesus geht zwischen den Säulen und sucht die Vergessenen. Dein Warten von Jahrzehnten kann noch heute an einer seiner Fragen enden.
Und warte in den Hallen: Erinnerungen des Wartens werden Meilensteine des Wunders.