Heutige Andacht 306
Bewahrt in der Welt
Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrst vor dem Übel.
Johannes 17:15 (LUT)
Im hohepriesterlichen Gebet bittet Jesus überraschend: ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrst vor dem Übel. Gedächtnis, das Verbannte tröstet: in der Welt zu bleiben ist Plan, nicht Strafe. Gott holt die Seinen nicht aus der Schlacht, er panzert sie darin. Gegenwart in der Welt mit Schutz vom Himmel.
Nehmen wäre leichter; bewahren ist herrlicher. Entrückte Zeugen erleuchten keine Finsternis. Jesus will lieber gepanzerte Heilige als abwesende. Das Gedächtnis seiner Fürbitte trägt graue Montage: jemand betete um deinen Schutz, bevor du warst. Das Übel findet Türen, verriegelt durch ewiges Gebet.
Bewahrung ist keine Befreiung vom Kampf, sondern Garantie des Sieges. Bewahrte gehen durchs Feuer ohne Brandgeruch, durchs Wasser ohne zu ertrinken, durch die Welt ohne zu verweltlichen. Die Panzerung ist Person: der Vater bewahrt, der Sohn tritt ein, der Geist versiegelt. Ganze Dreieinigkeit in steter Wache über jedem Gläubigen.
Heute gehe in der Welt ohne Angst vor der Welt. Arbeite, studiere, handle und bezeuge mit dem Gedächtnis der Panzerung. Der Böse brüllt, doch die Kette ist kurz und die Wache göttlich. Heiligkeit in der Welt ist möglich, weil Jesu Gebet weiter gilt und siegt.
Und bleibe bewahrt: feindliche Welten besiegen keine Gepanzerten des Himmels.