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Heutige Andacht 300

Glaube ohne Ansehen

· Thema: Sinn

Liebe Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern HERRN der Herrlichkeit, Ansehung der Person leide.

Jakobus 2:1 (LUT)

Jakobus verbietet mit apostolischer Klarheit: Liebe Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern HERRN der Herrlichkeit, Ansehung der Person leide. Favoritismus ist Glaube mit Sozialfilter. Dasselbe Evangelium, das uns am Kreuz gleich machte, kann uns an der Tür nicht trennen. Gratis empfangene Gnade lässt kein goldenes Drehkreuz zu.

Das Beispiel ist beschämend: herein der Reiche mit Ring und feinem Kleid, herein der Arme mit abgetragenem Kleid. Einer gewinnt edlen Sitz, anderer gewinnt den Boden. Jakobus nennt das Richter mit bösen Gedanken. Zweck des Glaubens ist den Vater zu spiegeln, der nicht ansieht, nicht den Klub, der Mitglieder selektiert. Heiligtümer sind keine Elite-Vitrinen.

Die Theologie ist tief: Gott erwählte Arme, reich im Glauben zu sein. Verachten, wen Gott ehrte, heißt Gott öffentlich widersprechen. Jeder verächtliche Blick in der Versammlung ist Stimme gegen den Himmelsrat. Den Kleinen gut behandeln heißt das Porträt gut behandeln, das Gott am liebsten malt.

Heute untersuche deine Sitze: wem dienst du zuerst? Wer empfängt dein breitstes Lächeln? Brich das Protokoll der Welt mit dem Protokoll des Reiches: ehre den Unsichtbaren, setze dich mit dem Vergessenen, lerne den Namen des Unwahrscheinlichen. Dein Glaube wird an der Pforte gemessen.

Und empfange alle: Tische ohne Favoritismus offenbaren Vater ohne Ansehen.

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