Heutige Andacht 271
Berg, den man nicht anrührt
Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter
Hebräer 12:18 (LUT)
Hebräer kontrastiert Bündnisse mit heiliger Geographie: Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte. Unberührbarer Sinai — selbst Tiere durften nicht anrühren. Gott nahen im alten Bund war Todesrisiko: Donner, Verbote, Angst. Gehorsam aus Terror geboren zittert und flieht.
Gehorsam des neuen Bundes wird aus anderem Berg geboren: himmlisches Zion, Stadt des lebendigen Gottes, Fest der Erstgeborenen. Wir kommen nicht zitternd, wir kommen vertrauend — Blut, das besser spricht als Abels. Derselbe Gott, anderer Zugang: ehrfürchtiger Ernst ohne Panik, kindlicher Gehorsam ohne Terror. Berg, den man nicht anrührt, wurde Vater, der umarmt.
Heute nahe mit Vertrauen: tritt ins Heiligtum durch das Blut, bete mit Kühnheit, gehorche aus Liebe. Berg, den man nicht anrührt: komme heute ohne Angst und diene.
Offene Zugänge verlangen feste Schritte. Tritt heute ein und bleibe. Ehrfurchten öffnen ewige Zugänge. Knie heute nieder. Freie Zugänge verlangen allezeit ehrfürchtige Schritte. Tritt heute ein ohne Angst und ohne Leichtfertigkeit. Kindliches Vertrauen balanciert Kühnheit und Ehrfurcht. Nahe mit zerbrochenem und zerknirschtem Herzen. Gott empfängt Zerbrochene, widersteht Hoffärtigen. Bereue und tritt heute vertrauend ein.
Und gehorche hörend: Gott, der vom Himmel spricht, verdient Ohren auf Erden. Höre heute.