Heutige Andacht 198
Den Schwachen verwunden
Wenn ihr aber also sündigt an den Brüdern, und schlagt ihr schwaches Gewissen, so sündigt ihr an Christo.
1. Korinther 8:12 (LUT)
Paulus hebt die Latte der Bruderliebe: Wenn ihr aber also sündigt an den Brüdern, und schlagt ihr schwaches Gewissen, so sündigt ihr an Christo. Götzenopferfleisch essen — berechtigte Freiheit — wird zu Sünde, wenn es den Schwachen zu Fall bringt. Freiheit ohne Liebe ist Überfahren: Mein Recht endet, wo des Bruders Fall beginnt. Schwache Gewissen verwunden heißt Christus verwunden, der sie erkaufte.
Überwindung des Egoismus misst sich an den Schwachen ringsum. Starke im Glauben tragen subtile Versuchung: fremde Bedenken als Empfindlichkeit verachten. Paulus kehrt um: Erkenntnis ohne Liebe bläht; Liebe erbaut. Auf berechtigte Rechte aus Liebe verzichten? Nicht aus unberechtigter Liebe — aus Pflichtliebe. Verzichten aus Liebe heißt in Ewigkeit gewinnen: Man verliert ein Gericht, gewinnt einen Bruder.
Heute schütze einen Schwachen: Meide den Witz, der Anstoß gibt, verzichte aufs zweifelhafte Programm, erkläre mit Geduld. Den Schwachen verwunden: Wäge heute deine Freiheiten auf der Waage der Liebe.
In Liebe gewogene Freiheiten erbauen; im Ego gewogene zerstören. Wähle erbauen. Starke Lieben tragen Schwache ohne über Last klagen. Hebe heute einen Kleineren mit Freude. Verzichte aus Liebe wiegen leichter als Schulden aus Egoismus. Erbaue einen Schwachen und stärke zwei.
Und denk daran: Christus nennt Sünde wider mich, was du ihnen tust.