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Heutige Andacht 186

Schnitt vor der Ernte

· Thema: Bewältigung

Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist und die Traube reift, wird man die Ranken mit Hippen Rebmessern abschneiden und die Reben wegnehmen und abhauen,

Jesaja 18:5 (LUT)

Jesaja beschreibt Gott als Winzer bei der Arbeit: Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist und die Traube reift, wird man die Ranken abschneiden. Schnitt vor der Ernte — Schnitt vor dem Korb. Gott entfernt das Überflüssige genau, wenn die Verheißung reift: Lange Reben stehlen den Früchten Saft. Wachstum ohne Schnitt wird zu Gestrüpp; Fruchtbildung verlangt die Schere.

Überwindung geht ohne Bitterkeit durch die Hippe. Gottes Schnitte schmerzen zur Stunde und fruchten danach: beschnittene Beziehungen, gestutzte Kalender, gekappte Stolze. Die Versuchung nennt den Schnitt Strafe; der Glaube nennt ihn Vorbereitung. Beschnittene Reben weinen heute Saft und tragen morgen Trauben. Wer der Schere widersteht, verliert die Ernte; wer sie annimmt, vervielfacht.

Heute nimm den Schnitt an: Übergib die lange Rebe — Gewohnheit, Anhänglichkeit, Stolz — der Schere des Winzers. Schnitt vor der Ernte: kurzer Schmerz, dauernde Frucht.

Göttliche Scheren verfehlen nie den Schnitt. Vertraue heute und ernte morgen. Im Himmel geschliffene Scheren schneiden Überflüssiges auf Erden. Nimm heute jeden Schnitt mit kindlichem Vertrauen. Reine Reben empfangen neuen Saft in Fülle. Fruchte nach jedem Schnitt, immer.

Und nach dem Schnitt bleibe am Weinstock: Neuer Saft kommt zu reinen Reben.

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