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Heutige Andacht 137

Trügerischer Reichtum

· Thema: Dankbarkeit

Aber der Wein betrügt den stolzen Mann, daß er nicht rasten kann, welcher seine Seele aufsperrt wie die Hölle und ist gerade wie der Tod, der nicht zu sättigen ist, sondern rafft zu sich alle Heiden und sammelt zu sich alle Völker.

Habakuk 2:5 (LUT)

Habakuk beschreibt den blühenden Gottlosen mit chirurgischer Präzision: Der Wein betrügt den stolzen Mann, daß er nicht rasten kann — gefräßig wie die Hölle, unersättlich wie der Tod. Reichtum, der Ruhe verspricht und Schlaflosigkeit liefert; der Sättigung verspricht und Hunger fabriziert. Das Geld lügt zweimal: Es sagt, es genüge — und genügt nie; es sagt, es bleibe — und vergeht immer. Illusion mit Zinsen.

Dankbarkeit ist das erprobte Gegenmittel gegen diese Illusion. Wer dankt, erklärt mit jedem Danke, dass er schon genug hat, um heute glücklich zu sein; wer häuft, erklärt mit jedem Kauf, dass noch etwas fehlt. Genügsamkeit ist keine faule Anpassung — sie ist geistliche Klarheit: zu wissen, dass die Hölle nie Genug sagt, der Dankbare aber täglich Danke. Dankbare Herzen schlafen; habgierige zählen.

Heute mache die Genügsamkeitsprobe: Liste drei Dinge, die du hast, und danke laut. Dann widerstehe einem Impulskauf im Namen der Dankbarkeit. Trügerischer Reichtum verspricht und hält nicht; Dankbarkeit verspricht wenig und gibt alles — Frieden, Schlaf und Genüge. Genügsamkeit ist Gewinn, den kein Markt besteuert und keine Motte frisst. Erkläre heute laut Genüge und schlafe reich an Frieden.

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