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Heutige Andacht 063

Zunge, die vergibt

· Thema: Vergebung

Daneben sind sie faul und lernen umlaufen durch die Häuser; nicht allein aber sind sie faul sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll.

1. Timotheus 5:13 (LUT)

Paulus warnt Timotheus vor stiller Gefahr: Junge Witwen, die lernen, müßig zu sein, Häuser umlaufend — und nicht allein müßig, sondern auch geschwätzig und vorwitzig, redend, was nicht sein soll. Die Steigerung erschreckt: Sie beginnt in leerer Zeit, geht durch Klatsch und endet in Vorwitz. Müßige Zunge bleibt selten still; sie füllt Leere mit fremdem Leben.

Klatsch ist Vergebung Gegenteil. Vergeben begräbt die Beleidigung; Klatsch gräbt sie aus und stellt sie von Haus zu Haus aus. Wer des Bruders Fehler verbreitet, informiert nicht, er verweigert Vergebung — und rekrutiert noch andere für dieselbe Verweigerung. Darum verbindet Paulus Müßiggang und Übelrede: Untätige Hände und gekränktes Herz produzieren lose Zunge. Das Gegenmittel ist doppelt: Hände im Dienst beschäftigen und Herz in Vergebung.

Heute halte Klatsch-Fasten: Wenn Gespräch aufs fremde Leben abgleitet, wechsle Thema oder verlasse es. Und gehe weiter — suche jemanden, über den du sprachst, und segne ihn im Gebet. Zunge, die wenig vergab, kann nun viel vergeben: Gebrauche sie zu erbauen, nie zu entblößen. Wenn Klatschlust kommt, bete laut für ihr Ziel.

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